In dieser Serie geht es nicht um Präzision. Es geht um Bilder, die sich in Bewegung auflösen und jede Sicherheit verweigern. Linien verschwimmen, Menschen werden zu Schemen, Architektur verliert ihre Strenge.
So entsteht Raum für neue Assoziationen: Erinnerungen, Träume, Stimmungen. „Alles unklar“ ist ein Versuch, die Stadt als ein lebendiges Geflecht von Eindrücken zu zeigen.
Theater aus Stein.
Kulisse bricht.
Wir spielen Wellen.
Hände, Füße, Schatten.
Ich streiche die Stadt weich.
Alles verschwimmt.
Applaus für das Verschwinden.
Knochen aus Bronze.
Mauern wie Gedächtnis
verlaufen in Grau.
Wir sind Schatten,
wackelnde Linien,
Geister auf Besuch.
Bleib stehen – und löse dich auf.
Zeit schmilzt.
Fassaden schlucken Silhouetten.
Namenlos. Gesichtslos.
Ein Schwarm aus Lichtfäden.
Wer bist du hier?
Niemand. Alle.
Ein Flüstern im Nebel.
Pflaster wie Wasser,
Schritte als Tropfen.
Gebäude sickern davon.
Kein Horizont, nur Traum.
Wir gehen –
oder treiben.
Der Boden vergisst uns.
Geh.
Fließe.
Menschen als Rauch.
Stein wird Haut wird Licht.
Stimmen in Schemen verpackt.
Die Stadt zieht vorbei.
Nichts bleibt.
Nur der Abdruck des Windes.
Stamm wie ein Fixpunkt.
Alles andere zittert.
Blätter taumeln zu Linien.
Mauer atmet schwer.
Wisch die Welt weg.
Lass nur einen Abdruck.
Baum. Zeit. Ende.
Bewegung kreuzt Bewegung.
Fahrräder verschmelzen zu Linien,
Menschen zu Silhouetten im Rausch der Geschwindigkeit.
Das Bild friert nicht ein – es entfaltet.
Es zeigt die Stadt:
unruhig, formlos, lebendig.
Jeder Weg ein Wagnis.
Jeder Augenblick schon vorbei.
Wolken wie Pinselkleckse.
Die Straße zieht sich ins Licht.
Mauern brennen leise in Rot.
Zwei Figuren – nur ein Gedanke.
Das Flimmern sagt:
Nichts ist scharf.
Alles ist wahr.
Stadt zerrinnt,
rote Mauern glühen.
Gesichter verlaufen im Regen.
Wir gehen und bleiben.
Arkaden aus Glas,
Wände als Notenlinien.
Menschen tanzen in Schatten.
Muster fließen,
Fenster träumen.
Geräusch aus Farbe.
Architektur atmet.
Alles schwingt.
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